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... wir sind da zu Hause, wo unser WoMo steht
  • unser mega Platz in Schleswig

  • das bewohnte "Museumsdorf"

  • die Werkzeuge eines Fischers

  • ein Erdbeerbaum im Park

  • wir reihen uns am Nord-Ostsee-Kanal ein

  • solche Brummer fahren vor unserer Nase durch den Kanal

  • hier am Kanal bei Süderholm

Schleswig und Nord-Ostsee-Kanal

Karten von Schleswig und Nord-Ostsee-Kanal

Samstag, 23. September

Pünktlich zum Herbstanfang, weckte uns ein wunderschöner Sonnenaufgang um 7 Uhr. Ich schaltete die Heizung ein und schon bald krochen wir aus den Federn.
Wir spazierten gemütlich in Richtung Stadt. Im Holm Quartier bummelten wir durch die schmalen Gassen, vorbei an den alten Häusern, zum Teil aus dem 17. Jahrhundert. Alle Häuser waren bewohnt und dekoriert. Zusammen mit den vielen Rosenstöcken entstand so eine besondere Stimmung, eben typisch Norddeutsch. Dann ging‘s alles dem Strand entlang weiter in die Altstadt. Dabei stiessen wir im Part an Bäume, deren Früchte aussahen wie Erdbeeren. Tatsächlich, es handelte sich echt um „Erdbeerbäume“, aus den Früchten kann ein Schnaps gebrannt werden. In der Fussgängerzone wurde noch fleissig Werbung der Parteien für die morgigen Bundeskanzlerwahlen gemacht, Stände aller Parteien buhlten um die letzten Stimmen – es wird wohl dennoch alles beim alten bleiben. Und dennoch geschah eine kleine Sensation: Susann liess sich beim Coiffeur die Haare schneiden !!!
Zurück, wiederum durch das Holm-Quartier, setzten wir uns vor das WoMo und genossen etwa zwei Stunden lang die Sonne. Etwas Besonderes, schliesslich hatte es zum ersten Mal seit Wochen, mehr als 36 Stunden nicht geregnet!

Sonntag, 24. September

Leider war es mit dem schönen Wetter schon wieder vorbei. In der Nacht hatte es erneut geregnet und in den Morgenstunden war es neblig, aber es war immerhin nicht so kalt. Uns wurde empfohlen, nach Eckernrförde zu fahren, was wir natürlich taten. Die Altstadt lebt in der Hauptsache vom grossen, schönen Sandstrand in den Sommermonaten. Heute hatten wir niemanden gesehen, der seine Füsse nur in die Nähe des Wassers hielt. Wir bummelten durch die schöne Altstadt und wunderten uns beim Mittagessen, wo wohl all die Leute hin gingen. Dies klärte sich rasch auf, denn wir folgten ihnen ganz einfach. Der Menschenstrom endete in einer Bonbonkocherei. Hie wurde uns demonstriert, wie die Bonbon Masse gekocht und geknetet wird. Danach wurde der Teig durch eine Nudelwalze mit einem Muster gepresst und nach dem auskühlen lagen 100-e zusammengebackene Bonbons auf dem Tisch. Einmal gut schütteln und sie hatten sich sauber getrennt und konnten gegessen werden.

Unser nächstes Ziel war der Nord-Ostsee-Kanal, kurz NOK. In Sehensted, etwa 25km westlich von Kiel, fanden wir den letzten, freien Flecken auf dem Stellplatz, mit einer Sicht, direkt auf den Kanal. Schon bald fuhr der erste Frachter ostwärts an uns vorbei. Ein Schiff-Fan zeigte uns auf seiner App den Namen des Schiffes, sowie zahlreiche weitere Informationen zum Boot und seiner Route und Fracht. Er selbst diente bei der Marine und konnte schon einmal das Dreimasterschiff „Alexander von Humboldt“, mit den grünen Segel (Beck’s Bier) steuern. Am Abend spazierten wir dem Damm entlang und sahen weitere, zum Teil riesige Frachter den Kanal hinauf- oder hinunterfahren. Übrigens klarte das Wetter am Abend auf und es wurde Sternen klar. Jetzt in der Dunkelheit sahen die grossen, beleuchteten Schiffe wie Gespenster aus, welche über das Wasser schwebten.

Montag, 25. September

Tag 2 am NOK. Der für die Nacht angekündigte Regen ging wo anders nieder und ein freundlicher Morgen begrüsste uns bei der Fährstation am NOK. Zahlreiche Schiffe fuhren in der Nacht an uns vorbei, doch wir bemerkten sie kaum. Wir fuhren nach dem Frühstück in die Stadt Rendburg und bummelten durch die Altstadt. Wir wollten auf die Plattform über dem Kanal, doch wegen Sanierungsarbeiten war sie leider geschlossen. Ebenfalls hatten wir Pech, als wir zur einzigartigen Schwebefähre kamen. Sie wurde Mangels Bedarf eingestellt und demontiert. Die beladene Fähre hing an Stahlseilen an der Eisenbahnbrücke und wurde daran auf Rollen über den Kanal gezogen. Nach einem feinen Mal beim Chinesen, setzten wir unsere Fahrt Richtung Heide fort und fanden einen Parkplatz im Prinzenmoor (Mitten im Nirgendwo) an der Eider. Die Eider ist der längste Fluss in Schleswig Holstein. Seine Quelle ist nahe bei Kiel, im Osten und er fliesst in vielen Windungen (ist ja alles flach hier) ganz im Westen in die Ostsee.

Dienstag, 26. September

Das schöne Abendwetter verwandelte sich nachtsüber in einen grauen Morgen. Nach einem Anruf in der nahen Fiat Werkstatt, wo wir hofften, endlich unsere knatternden Blattfedern zum schweigen zu bringen, erhielten wir gleich einen Termin für heute nachmittag. So blieb uns Zeit, die Stadt Heide anzuschauen; eine weitere Stadt, mit den typischen schmalen Häuschen, mit den hohen Giebeldächern. Gegen 14 Uhr erhielten wir den positiven Bescheid, dass die notwendigen Ersatzteile für unser WoMo verfügbar seien, und wir unser Vehikel bereits morgen um 10 Uhr herbringen können. Von dieser guten Nachricht beflügelt, stellen wir unser Gefährt auf den nahen Stellplatz und unternahmen eine Wanderung durch die Marschlandschaft und den herbstlich gefärbten Wald. Es war wunderschön, hier draussen in der Natur, man konnte den Herbst förmlich riechen. In dieser Gegend wurde früher Torf gestochen, davon zeugen heute noch viele rechteckige Teiche. Die Gewässer sind heute ein Naturschutzgebiet und werden von seltenen Vögeln und sogar Otter bewohnt. Auf dem Rückweg fanden wir, völlig unerwartet, einige makellose Buchensteinpilze, welche natürlich den Weg in unsere Pfanne fanden.

Mittwoch, 27. September

Wie besprochen, brachten wir unser WoMo um 10 in die Werkstatt zur Reparatur und konnten mit einem Leihwagen nach Büsum fahren. Leider war es immer noch neblig und trüb, als wir auf der neuen Deichpromenade ankamen. Sie wurde 2014 fertiggestellt und bildete eine kreisförmige Lagune mit sehr guten Spaziermöglichkeiten auf dem Damm. Vorne am Meer stehen Restaurants, Shops und Toiletten und ist der Startpunkt für Watt-Wanderungen. Die Ostsee sah recht kalt aus, doch Susann wagte es barfuss ins Wasser zu gehen. Dank der Sonne, welche sich endlich zeigte, fühlte sich das Wasser nicht so kalt an.

Am Nachmittag konnten wir unser WoMo wieder abholen. Die Gummipuffer wurden ersetzt, aber das Knarren war immer noch hörbar. Dieses Geräusch lasse sich bei den alten Federn leider nicht mehr eliminieren. Man müsste die ganze Achse ausbauen, um die einzelnen Blätter der Federung zu prüfen. Dies sei sehr riskant, denn wenn dabei etwas kaputt geht (altersbedingt), könnte es sehr schwierig werden, die nötigen Ersatzteile zu beschaffen. Dennoch waren wir froh, dass das Auto wieder „gesund“ war und wir fuhren weiter nach Tönning, auf den Stellplatz, erhöht über dem Ufer der Eider.

Wir sattelten unsere Räder und besichtigten das nette Städtchen. Zurück auf dem Platz, erklärte mir ein Nachbar, dass unser WoMo am „Heuwagensyndrom“ leide. Dasselbe Geräusch werde nämlich auch von Heuwagen erzeugt – es seien die alten Blattfedern. Fiat habe dieses Problem nicht im Griff, ab einem gewissen Alter knarren sie einfach, sie hätten bei seinem WoMo versucht, Kabelbinder zwischen die Blätter zu stecken – ich finde dies eine originelle Lösung :-)

Donnerstag, 28. September

Tja, es schien, als hätten wir einen neuen Freund, er heisst Nebel.
Nach Duschen und Frühstück (wir assen ein Kürbisbrot), fuhren wir nach St. Peter Ording und stellten unser Fahrzeug auf einen Parkplatz am Strassenrand. Wir wollten noch einmal bei Niedrigwasser ins Watt hinaus. So packten wir unsere Velos und fuhren alles dem Strand entlang in die Stadt und an die Ostsee. Wir liessen die Gummistiefel im Velokorb, bezahlten die Strandgebühr und marschierten über den schönen Holzsteg ins Watt hinaus. Barfuss wanderten wir fast zwei Stunden durch Wasser, Sand und Schlamm. Wir waren erstaunt, dass uns das Wasser nicht kälter vorkam, wir gewöhnten uns wahrscheinlich an die 15 Grad. Zwischendurch wateten wir durch tiefen, feinen Schlamm, fast wie eine Moor-Kurpackung!

An der Seebrücke konnten wir unsere Füsse waschen und sauber in die Strümpfe und Schuhe steigen. Wir holten unsere Räder und schoben sie durch die Einkaufsmeile. Bitte nicht böse sein, aber uns hatte die Stadt Büsum besser gefallen.
In einem lokalen Restaurant bestellten wir ein Mittagstisch Menü für 10 Euro und genossen dafür einen grossen Salat, gebackener Wildlachs mit Salzkartoffeln und einer herrlichen Sauce und ein Getränk.
Zurück beim Auto fuhren wir direkt nach Brunsbüttel. Hier fliesst der NordOstseeKanal in die Elbe und 4 parallele Schleusen verbinden die Seewege miteinander. Ein interessanter Ort um die Schiffe zu beobachten, wäre da nicht der dichte Nebel. Trotzdem spazierten wir dem Damm entlang und sahen einige grosse Schiffe welche die Schleusen, oder Hamburg ansteuern. Die Nacht werden wir auf den Stellplatz beim Freizeitbad verbringen.

Während des Abendessens beschlossen wir, morgen unsere Reise südwärts fortzusetzen und die Lüneburger Heide anzusteuern.

 


zum letzten Ziel in Norddeutschland, zur  Lüneburger Heide